Pfarrzentrum St. Marien, Fröndenberg
29. April 2026 · 18:30 – 21:00 Uhr
Am 29. April begrüßen wir Rabbi Joshua Weisberg aus Jerusalem im Pfarrzentrum St. Marien in Fröndenberg. Der Abend verbindet geistige Vertiefung, gemeinsames Essen und offenen Austausch und lädt ein zum Dialog zwischen jüdischer und christlicher Glaubenstradition.
Zu Beginn führt Rabbi Joshua in die Welt des Talmud ein – des grundlegenden Werkes rabbinischen Judentums. Anhand ausgewählter Textbeispiele wird er die Methodik talmudischen Denkens vorstellen: das Fragen, das Abwägen unterschiedlicher Stimmen, das respektvolle Ringen um Wahrheit. Im Mittelpunkt steht eine zeitlose menschliche Frage: Was schuldet der Mensch seinem Mitmenschen?
Dabei wird deutlich: Lernen ist im Judentum nicht nur ein intellektueller Vorgang, sondern eine geistliche Praxis. Im gemeinsamen Fragen und Diskutieren wird Gottes Gegenwart im Alltag gesucht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das jüdische Verständnis des Messianismus. Die Hoffnung auf eine gerechte und friedvolle Welt, auf eine erneuerte Schöpfung und eine Zukunft in Verantwortung vor Gott, prägt das jüdische Denken bis heute. Diese Hoffnung bildet den Horizont, vor dem auch das frühe Christentum entstanden ist – innerhalb der religiösen Welt des Judentums des 1. Jahrhunderts.
Im Anschluss sind alle Gäste zu einem einfachen Imbiss im Stil einer Shakshuka eingeladen: Brot und Pita, Dips, Falafel, Salate und kleine Speisen aus der nahöstlichen Küche. Das gemeinsame Mahl ist dabei nicht nur eine Pause, sondern Ausdruck dessen, was zuvor bedacht wurde: Der Tisch wird im jüdischen Verständnis zu einem Ort des Segens, der Dankbarkeit und der Verantwortung.
Im dritten Abschnitt – „Seele, Geist und Gaumen“ – wird diese Verbindung vertieft. Wie bringt die jüdische Tradition die geistliche Tiefe einer alltäglichen Handlung wie dem Essen zum Ausdruck? Welche Rolle spielt der Segen vor und nach der Mahlzeit? Wie können Dankbarkeit und Hoffnung im konkreten Leben Gestalt gewinnen?
Rabbi Joshua wird zeigen, wie Segenssprüche Körper und Seele verbinden und wie aus Nahrung Beziehung wird – Beziehung zu Gott, zur Schöpfung und zueinander. So spannt sich der Bogen des Abends vom Studium des Talmud über die Tischgemeinschaft bis hin zur Hoffnung auf eine erneuerte Welt.
Der Abend ist interaktiv angelegt und lebt vom offenen Austausch. Immer wieder wird Gelegenheit sein für Fragen, Gedanken und persönliche Eindrücke. So entsteht eine Atmosphäre des Gesprächs, des gegenseitigen Verständnisses und der persönlichen Begegnung.
Anmeldung: Um den Abend besser planen zu können, ist eine verbindliche Anmeldung bis zum 20. April 2026 per E-Mail an info@st-marien-gemeinde.de erforderlich.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10 € pro Person und wird am Abend in bar entrichtet.
Wir laden Sie herzlich ein zu diesem besonderen Abend der Begegnung und des Gesprächs und freuen uns auf Ihr Kommen.